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Gedanken

Respekt und Achtsamkeit – ein Traum?

Mein Beruf bringt es gerade mit sich, immer wieder Bewohnerin von Ferienwohnungen in unterschiedlichen Regionen Deutschlands zu sein. Ich suche sie in der Regel übers Internet, mache mir einen ersten Eindruck über die Bilder, die sich mir im WWW bieten.

Ich ziehe ein und lass mich von der Realität überraschen…

Es gibt Wohnungen, da kann ich gut sein, ich fühle mich eingeladen, dort zu verweilen.

Es ist das Bauchgefühl, das entscheidet, ob Beschreibung und Wirklichkeit übereinstimmen.

Gast sein und trotzdem heimkommen, das ist was Wunderbares. Unterwegs sein, ein bisschen „heimatlos“ nach Feierabend die Tür aufschließen und beim ersten Atemzug entspannen, das durfte ich schon in der einen oder anderen Wohnung erleben.

Und dann komme ich in Wohnungen die überhaupt nicht den Beschreibungen entsprechen, die einen Anruf beim Vermieter nötig machen, um unzureichendes zu besprechen.

Es geht mir nicht um Einrichtungsstile, die sind Geschmackssache. Ich meine auch nicht Dinge , die „fehlen“ und die ich mir für mich wünsche. Und es geht mir auch nicht um ein bisschen Staub auf dem Kleiderschrank, der ist schnell beseitigt.

Ärgerlich wird es erst dann, wenn mit dem Glas, das ich aus dem Schrank nehmen will, das ganze Regalbrett mit herausgenommen werden kann oder ich Töpfe mit einer dicken Kohleschicht vorfinde. Usw.….

Was mich aber zu diesen Zeilen bewegt, sind die Gespräche mit meinen Vermieter.

Natürlich ist es ihnen peinlich, wenn Kritik notwendig wird. Aber der Zustand wird in Ordnung gebracht und dann ist alles gut für mich.

Ich bekomme gleichzeitig Erlebnisse erzählt, das es mich wundert, das es noch Vermieter gibt, die mit Liebe und Vertrauen Fremden ihr Eigentum überlassen.

Fassungslos habe ich erfahren, was Mieter zum Auszug mitnehmen, was gefällt – als wäre es kein Mietpreis gewesen sondern Kaufpreis….: Geschirr, Bilder, Dekorationen…

Mieter, die die Einrichtung demolieren, ohne je über Ersatz nachzudenken. Pfannen eckig schlagen, Möbel zerkratzen, oder ihren Müll verteilen. Mir geht auch mal was kaputt, das ist menschlich. Aber ich sorge mich um Ausgleich. Das sind Werte, die mir so selbstverständlich erschienen. Eine Wohnung so zu verlassen, wie ich sie vorgefunden habe. Lieber etwas dort lasse, als irgendetwas mitzunehmen. Damit mein Nachfolger die gleiche Freude daran hat, sich dort genauso wohlfühlt wie ich. Und das ich, wenn ich nochmal vorbeikomme, wieder Gast dort sein darf.

Ja Gast sein. Egal wo. Der Gast ist König. Aber darf ein König alles? Oder hat ein König nicht auch Verantwortung für das, was um ihn herum geschieht? In jedem Märchen wird der tyrannische oder böse König von uns allen gehasst, für das was er tut.

Ich bin für eine gewisse Zeit Königin eines kleinen Reiches, daß mir liebe Menschen für eine Gebühr überlassen.

Mein achtsamer Umgang mit den liebevollen Details einer Ferienwohnung zollt den Vermietern Respekt, die sich noch auf dieses Abenteuer einlassen.

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© Ditte Endriß